Die Bodenverhältnisse in Düsseldorf können selbst auf kurzer Distanz stark variieren – wer in Oberkassel baut, steht oft auf tragfähigen Mittelterrassenkiesen des Rheins, während man in Bilk oder Unterbilk schon zwei Meter tiefer auf weiche Auelehme und organische Schichten trifft, die ohne direkte Ansprache kaum zuverlässig zu bewerten sind. Eine Schürfgrube liefert hier den entscheidenden Einblick: Schichtgrenzen, Lagerungsdichte und Bodenart werden nicht indirekt interpretiert, sondern vor Ort an der freigelegten Grubenwand bestimmt. Mit 615.000 Einwohnern und einer anhaltenden Nachverdichtung vor allem in den innenstadtnahen Quartieren ist die präzise Kenntnis des Baugrunds die Basis jeder wirtschaftlichen Gründung. Unser geotechnisches Labor setzt die Schürfgrube als Primäraufschluss ein, wo Rammsondierungen oder Kleinbohrungen an ihre Grenzen stoßen – bei heterogenen Auffüllungen, in engen Hinterhöfen oder zur Beweissicherung an Bestandsgebäuden. Die Probenahme aus der Grubenwand erlaubt anschließend die weiterführende Korngrößenanalyse im Labor, um die Bodengruppe nach DIN 18196 exakt zu klassifizieren.
Die Grubenwand lügt nicht: Eine Schürfgrube zeigt Schichtgrenzen, Auffüllungen und Wasserzutritte so, wie sie wirklich sind – ohne Filter, ohne Interpolation.
Leistungsmerkmale in Dusseldorf

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Kritische Bodenfaktoren in Dusseldorf
Ein sechsgeschossiger Wohnbau an der Kölner Landstraße in Wersten: die Voruntersuchung per Rammkernsondierung deutet auf dichten Sand hin, doch beim Aushub zeigen sich in 2,40 m Tiefe verrottete Holzreste und eine ehemalige Bachverfüllung des Brückerbachs. Wäre hier nur die Sondierung ausgewertet worden, stünde das Gebäude heute auf einer unerkannten Weichschicht mit Setzungsdifferenzen von mehreren Zentimetern. Die Schürfgrube deckt solche Anomalien auf, weil sie den Baugrund in einer Fläche von mehreren Quadratmetern offenlegt – und nicht nur punktuell durchörtert. In den Rheinterrassen Düsseldorfs ist das Risiko besonders hoch, weil natürliche Rinnen und Altarme mit organischen Böden verfüllt sind, die im Bohrstock leicht übersehen oder als „Auelehm, steif“ fehlinterpretiert werden. Ein weiteres Risiko sind nicht dokumentierte Kellerverfüllungen in kriegszerstörten Altbauquartieren wie Flingern und Friedrichstadt; hier hilft nur der direkte Aufschluss, um Hohlräume, Mauerreste und deren Tragfähigkeitsrelevanz sicher zu bewerten.
Unsere Leistungen
Die Schürfgrube ist selten das einzige Aufschlussverfahren eines Projekts. Wir kombinieren sie bedarfsgerecht mit weiteren Feld- und Laborversuchen, um ein vollständiges geotechnisches Modell des Düsseldorfer Untergrunds zu erhalten – von der Auffüllung bis zum tragfähigen Rheinkies.
SPT-Bohrung und kombinierte Aufschlüsse
Wo die Schürfgrube wegen Tiefe oder Grundwasser an ihre Grenzen stößt, setzen wir die Schwere Rammsondierung nach DIN EN ISO 22476-3 ein. Die Kombination beider Verfahren liefert die Lagerungsdichte aus der Grubenwand und die Schlagzahlen aus der Tiefe – besonders relevant für die Pfahlbemessung im Düsseldorfer Rheinkies.
Laborversuche an gestörten und ungestörten Proben
Die aus der Schürfgrube entnommenen Proben analysieren wir im akkreditierten Labor auf Korngrößenverteilung, Konsistenzgrenzen und Scherfestigkeit. Bei bindigen Böden aus den Auelehmschichten der Rheinaue führen wir zusätzlich Ödometerversuche zur Abschätzung des Setzungspotenzials durch.
Häufige Fragen
Was kostet eine Schürfgrube in Düsseldorf inklusive Dokumentation?
Für eine Schürfgrube in Düsseldorf liegen die Kosten typischerweise zwischen €480 und €850, abhängig von der Tiefe, der Notwendigkeit eines Verbaus nach DIN 4124, dem Bodentyp und dem Dokumentationsumfang. In Auffüllungen mit Bauschutt oder bei beengten innerstädtischen Verhältnissen kann der Aufwand höher ausfallen. Wir erstellen ein verbindliches Angebot nach Einsicht in die Bauakten und einer Ortsbesichtigung.
Bis zu welcher Tiefe können Schürfgruben in den Düsseldorfer Rheinkiesen ausgeführt werden?
Ohne Verbau ist die maximale Tiefe nach DIN 4124 auf 1,25 m begrenzt. Mit einem Grabenverbau und entsprechender Standsicherheitsberechnung erreichen wir im Düsseldorfer Rheinkies Tiefen bis etwa 4,0 m. Bei Grundwasserzutritt – der in den rheinnahen Stadtteilen oft schon ab 2,5 m Tiefe auftritt – ist eine Wasserhaltung erforderlich, die wir im Vorfeld planen und beantragen.
Welche Bodenarten sind typisch für eine Schürfgrube in Düsseldorf-Bilk?
In Bilk und den übrigen linksrheinischen Stadtteilen Düsseldorfs finden wir unter der Oberflächenbefestigung meist Auelehm in Wechsellagerung mit Sandlinsen, darunter die gut tragfähigen quartären Rheinkiese. Die Schürfgrube zeigt hier oft den abrupten Übergang vom bindigen zum rolligen Boden auf wenigen Zentimetern – eine Information, die für die Dimensionierung von Flachgründungen und die Festlegung der Einbindetiefe entscheidend ist.
Wie lange dauert die Ausführung und Dokumentation einer Schürfgrube?
Eine Schürfgrube in Standardtiefe ist in der Regel innerhalb eines Arbeitstages ausgehoben, beprobt, dokumentiert und fachgerecht verfüllt. Die fotografische Dokumentation, das Schichtenverzeichnis nach DIN EN ISO 22475-1 und der Kurzbericht liegen innerhalb von drei bis fünf Werktagen vor. Bei umfangreichen Probenahmeserien oder schwierigen Zugangsverhältnissen kann sich die Feldarbeit auf zwei Tage verlängern.